17 Apr

Mauchin

Mit großem erzählerischen Können führt Jakob Maria Soedher Leserinnen und Leser in den Bregenzerwald und den Bodensee. Die Figur der Franzisca Mauchin hat er aus originalen Gerichtsakten entnommen und daraus einen wundervollen Roman geschaffen. Seine metaphorische Sprache, sowie seine Fähigkeit Charaktere wie Landschaften zum Leben zu erwecken, machen ‚Mauchin‚ zu einem reinen Lesegenuss.

Bregenzerwald und Bodensee im Jahr 1791 – die Druckwellen der französische Revolution beginnen das feudale Europa zu erschüttern, und auch in Bezau, weit von den Zeitläuften entfernt, sind die Auswirkungen schon zu spüren.
Im entlegenen Bergdorf des Bregenzerwaldes zerbricht die Familie der jungen Bäuerin Francisca Mauchin, nachdem ihr Vater beim Holzen auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist.
Intrigen zwingen sie ihren Hof und Heimatort zu verlassen und ihr Auskommen als Pfarrköchin am Bodensee zu suchen, denn sie entscheidet sich schweren Herzens gegen eine Flucht in die Heirat. Wärme, Fruchtbarkeit und die Sinnlichkeit der Landschaften am See trösten sie zunächst über den Verlust der Heimat. Als sie jedoch unverheiratet schwanger wird, wendet sich die öffentliche Moral gegen sie.
Mutig und mit Finesse setzt sie sich zur Wehr, und ihr Widerstand trifft auf eine verunsicherte gesellschaftliche Elite, denn nicht weit entfernt, in Frankreich, richten sich bereits Revolution und Guillotine gegen kirchliche und weltliche Macht.